Wie macht das Mikrobiom Mensch und Tier gesünder?


1. Sojaextraktionsschrot
2. Geflügelfutter
3. Mais
4. Pferdefutter aus Grasprotein
5. HoLMiR – Darmforschung bei Tieren
Das Hohenheim Center for Livestock Microbiome Research (HoLMiR) an der Universität Hohenheim ist ein Forschungszentrum, das untersucht, wie Nutztiere und ihre Darmmikroben zusammenwirken und welche Auswirkungen das auf Gesundheit, Ernährung und Umwelt hat. In Hightech Laboren und Tieranlagen erforschen Fachleute aus verschiedenen Disziplinen, wie das Mikrobiom die Tiergesundheit beeinflusst, wie Futter darauf wirkt und wie Tierhaltung nachhaltiger gestaltet werden kann. Ziel von HoLMiR ist es, Krankheiten besser zu verstehen, den Einsatz von Antibiotika zu verringern und die Tierhaltung umweltfreundlicher zu machen – für gesunde Tiere, hochwertige Lebensmittel und mehr Klimaschutz.

Zu "Darmgesundheit" gehört nicht nur, dass Messwerte normal sind, sondern auch, dass wir uns gut fühlen: keine anhaltenden Schmerzen, kein häufiges Sodbrennen, keine dauerhafte Verstopfung oder Durchfälle, die unseren Alltag oder unsere Lebensqualität stören.
Ein großer Teil unseres Immunsystems sitzt in der Darmwand. Es muss zwei Dinge gleichzeitig tun: harmloses (z.B. Essen, nützliche Bakterien) tolerieren und echte Erreger bekämpfen. Gelingt diese Balance nicht, können Allergien, chronische Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen entstehen.
Der Darm zerkleinert unser Essen, mischt es mit Verdauungssäften und nimmt Wasser und Nährstoffe auf. Wenn dieser Ablauf gut funktioniert, ist der Körper gut versorgt und wir haben normalerweise einen regelmäßigen Stuhlgang ohne Schmerzen oder starke Durchfälle.
Spezielle Darmzellen bilden Hormone, die Hunger, Sättigung, Blutzucker und die Darmbewegung steuern. Der Darm steht außerdem über Nerven und Botenstoffe in ständigem Kontakt mit dem Gehirn - Stress kann so den Darm beeinflussen, und umgekehrt kann ein kranker Darm unsere Stimmung beeinträchtigen.
Im Darm leben Milliarden von Mikroorganismen, die mitessen, Nährstoffe abbauen und Stoffe produzieren, die die Darmzellen und das Immunsystem positiv beeinflussen können. Man spricht von "Dysbiose", wenn dieses Gleichgewicht gestört ist; das wird mit Magen‑Darm-Erkrankungen, aber auch mit anderen Krankheiten in Verbindung gebracht.
Die Darmwand ist wie ein fein einstellbarer Filter: Sie lässt Nährstoffe durch, hält aber Krankheitserreger und Giftstoffe zurück. Dazu gehören eine Schleimschicht, feste Verbindungen zwischen den Zellen und Abwehrstoffe wie bestimmte Eiweiße und Antikörper. Wird diese Barriere gestört, können Entzündungen entstehen, die mit verschiedenen Krankheiten in Verbindung stehen.
Ein internationales Expertengremium, an dem auch Prof. Stephan C. Bischoff von der Universität Hohenheim beteiligt ist, hat erstmals eine einheitliche Definition von "Darmgesundheit" entwickelt. Dabei zählt nicht nur die Laboranalyse, sondern auch das persönliche Wohlbefinden.
Darmgesundheit umfasst sechs Bereiche:
- Gute Verdauung und Nährstoffaufnahme,
- eine intakte Darmbarriere und Abwehr,
- ein ausgewogenes Mikrobiom,
- ein funktionierendes Immunsystem,
- eine stabile Hormon- & Signalübertragung zum Gehirn, sowie
- subjektives Wohlbefinden.